Tag 7 – Bad Rodach nach Neustadt/Aisch

Auf in die fränkische Hügellandschaft

Auf in die fränkische Hügellandschaft

Lazy Sunday afternoon!

Nach vielen Tagen des Reisens ohne Rasens auf einem Hochkantholzbrett namens Sitzbank heute ein lazy day mit wenigen km.

Aber der E-Seel und Ich haben bereits 1.000 km geschafft. Das ist stark, finde ich. Muss man erst mal bringen!! Wir freuen uns und sind stolz drauf. Jeder für sich und auf seine Weise.

Die Kalkulation, die ich während der heutigen Fahrt in die Helmkamera brüllte, ist still gesprochen die folgende:

Wir sollten ein weiteres Maß einführen, um die Leistungen (sprich: Reichweite – schon wieder) von Fahrzeugen, die mit Elektrizität unterwegs sind, vergleichen zu können.

Voschlag: mögliche Kilometer pro Kilowattstunde. Dann fällt die Hin- und Herrechnerei bei unerschiedlich grossen Batteriekapazitäten weg. Klingt doch plausibel, oder.

Meine Werte (es gibt grob 3 verschiedene, je nach dem, wie man es angeht):

Schleichfahrt: >= 20 km/ kw/h

Mischbetrieb: 15-20 km/ kw/h

Leistungsbetrieb: <= 10 km/ kw/h  (volle Lotte und/oder Steilanstiege)

Damit ergeben sich die bereits genannten Reichweiten bei meinem 2,5 kw/h Akku:

60, 40, 25 km

Tja: Damit kann man also nun verschieden große Akkus vergleichen.

ODER: Die Glaubwürdigkeit von Herstellerangaben mal testen.

Gruppe scheuer Holländer in Bamberg

Gruppe scheuer Holländer in Bamberg

Beispiel: in der neuen Ausgabe von Motorrad (11/11) wird ein kanadisches E-Rennmotorrad (Lito Sora von der Firma Lito Green Motion) vorgestellt, welches angeblich 200 km/h schaffen soll. Dazu kommen behauptete 300km Reichweite bei 12,5 kw/h Akkukappas. Die 200 km/h glaube ich ohne weiteres. Aber wie sollen die 300 km zustande kommen? Probe drauf: 300 km wären nach der obigen Formel 24 km/ kw/h. Das entspricht meinen Schleichfahrt-Werten (aber an der absolut obersten Grenze!!). Dabei ist die Maschine sicherlich doppelt so schwer wie das Quantya (alleine der Akku kommt ja auf 75-90 kg). Nun ja, das Fahrergewicht spielt bei mir eine leider etwas unrühmliche Rolle und sollte zugunsten eines fairen Vergleiches dagegen gesetzt werden. Auch Aerodynamisch sollte so ein Renner besser dastehen als eine umgebaute Enduro mit dickem Mann drauf und Gepäck vorne und hinten.

Und trotzdem sollten wir es realistisch sehen: legen wir also meinen ‚Mischbetriebindex‘ von max. 20 km/ kw/h zugrunde, käme die kanadische Granate auf allerhöchstens 250, eher 200 km. Und wenn auch nur einmal für 5 Minuten die 200 km/h gefahren würden, garantiere ich für lustiges Steckdosensuchen nach sehr kurzer Zeit, eventuell unter 100 km Fahrstrecke. Und dann käme das 2. Problem hinzu: für eine Volladung braucht das Ding mit seiner Monsterbatterie an einem Haushaltanschluss viele Stunden; nach meinen üblichen 90-120 min. könnte auch dieser Königstiger der Elektrobewegung mit mir und meiner Quantya zusammen nur auf dem Radweg mit 30 km/h den Heimweg antreten. Nettes Bild. So ist das eben derzeit…

Aber: Nix gegen Experimentalmaschinen oder Rennsemmeln auf Ampère-Trip. Das bringt neue Erkenntnisse und die Sache vielleicht weiter. Und: es werden in diesem besagten Beitrag  noch zwei weitere sehr interessante Informationen: die Maschine habe ein automatisches Getriebe (hat sie eventuell ein DSG an Bord…?) und das Motormanagement korrespondierte mit einem GPS-Navi und stellt selbständig fest, ob der Saft für eine eingegebene Strecke reicht. Gerade letzteres habe ich mir auch schon gewünscht! Eine Art ‚Range-Assistent’ bzw. ‚Integrierten Range Manager’, der sich an meiner Statt meine Sorgen macht: nämlich die, obs reicht oder nicht. Verbunden mit einem Internetzugang könnte dieses System außerdem die nächste Steckdose identifizieren (zum Beispiel in einem Verzeichnis von freundlichen Steckdosen-Bereithaltern entlnag der Strecke) und mir sogar eine reservieren, sodass diese auch zugänglich und frei wäre. Also, ihr Kanadier – ihr seid auf dem richtigen Weg, und die 300kms schaffen wir dann bald auch bei Topspeed ….und die ca. 30.000 Euro für euer Superteil sparen wir ab heute an! www.litogreenmotion.com

Tag 7: ca. 125 km (51+44+30); 300 Minuten Fahrzeit.

Vorkommnisse: Während der Fahrt so manches hin- und hergedacht und dabei die ruhige fränkische Hügellandschaft betrachtet. Und Robert aus Los Angeles hat mir in der Bamberger Altstadt das erste Statement auf Englisch gegeben. Reinhören!

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1 Antwort zu Tag 7 – Bad Rodach nach Neustadt/Aisch

  1. Robert Curtis sagt:

    Hallo Heinz,
    Wanted to let you know that I enjoy your website. Enjoyed meeting you in Bamberg yesterday. For some additional inspiration, I recommend „Dancing All Over the World“ aka „Where the Hell is Matt“. Very uplifting!

    Be well with E-Seel. Best from Bamberg,
    Robert

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